Veganer sind EXTREM - eine kritsche Selbstspiegelung

Veganer sind vermummte Terroristen, die des nachts in Ställe einbrechen, Tiere (also fremdes Eigentum) stehlen und dann die Hütte abfackeln.

Außerdem sind Veganer unverbesserliche Besserwisser und sie scheuen auch nicht davor zurück, Arbeitsplätze mit Demos "zu bedrohen", weil sie mit extrem blutigen oder extrem kritischen Plakaten vor Schlachthöfen stehen.

 

Veganer sind auch Menschen, die den normalen Gästen auf Partys und Familienfeiern die Laune vermiesen, indem sie Fragen wie: "Bist Du sicher, dass das richtig ist, was Du da praktizierst?" mit stichhaltigen Argumenten beantworten. Außerdem stören sie extrem den inneren Frieden der Party-Menschen, wenn sie eine Bacardi-Cola ablehnen, weil Bacardi  nicht vegan ist... Also wirklich, man kann es auch extrem übertreiben, ihr blöden Veganer!!

 

Allssooo: Ein vermummter Terrorist bin ich nicht und ich steige auch nicht nachts in Ställe, um dort die armen Kreaturen rauszuholen, so gern ich dies auch manchmal tun würde. 

 

Aber natürlich ist es (bin ich) für viele Menschen extrem schwer zu verstehen, wenn ich ihnen erzähle, dass Unrecht auf ihrem Teller liegt, dass der Tod und Leid ihren Körper wärmt. Die jahrelange "Arbeit" der Werbeindustrie, der Regierungen und die Lobbyarbeit der Tierquälerindustrie haben dazu geführt, dass kaum jemand noch hinterfragt, was er konsumiert, getreu dem Motto: Wenn etwas "nicht stimmt", werden wir schon in den Tagesthemen davon hören.

Ohne Frage ist das Unrechtsempfinden von uns Verbrauchern in puncto Tierschutz in den letzten Jahrzehnten gewachsen. Auch beklagten wir uns (zu Recht) über die qualvollen Tiertransporte und forderten ein Ende der Massentierhaltung (nachdem Tierschutzorganisationen diverse Skandale aufgedeckt haben). Und auch Pelz wurde für Millionen Menschen nicht mehr "tragbar". Und dann kam die Maschinerie der Werbung richtig in Gang...

Kühe werden täglich vom Bauern gekrault, stehen auf der Wiese und sind, man will den Verbraucher ja nicht veralbern, nicht alle lila. Schweine grinsen am Heck der Tiertransporter freundlich der dahinter fahrenden Familie zu und die Wurst in der Kühltheke hat auch ein "Grinsegesicht"... Scheinbar sollen uns diese bunten Bilder und Filmchen "beweisen", dass es auch im Sinne der Erzeuger ist, wenn sich ihre "Produkte" wohlfühlen.  Das der Verbraucher den Tod nicht mehr sehen will, hat man gut erkannt und man lullt ihn schön mit diesen bunten Bildchen ein.

Hand in Hand mit den unzähligen Werbeaktionen, haut dann die jeweilige Regierung noch einen in die Runde. BIO wird als Heilsbringer gefeiert (der Verbraucher soll sich sicher fühlen), Vorschriften die den Auslauf und die allgemeine Haltung von Tieren betreffen, werden jedoch dehnbar wie Kaugummi formuliert und Veterinärämter werden meist mit blinden und tauben Beamten "bestückt". Studien, die belegen, dass Milch krank macht, werden gekonnt zurückgehalten und Werbekampagnen wie "Die Milch machts" werden wohlwollend tolleriert. Und fast jedes Jahr eine Seuche... Vogelgrippe, Rinderwahnsinn, Schweinepest.... ist doch nicht so schlimm. "Liebe Bürger, fürchtet Euch nicht, Eure Regierung hat schon reagiert und für mehrere Millionen bei einem Pharmariesen Impfstoffe, gegen diese bösen, hinterhältigen Krankheiten, bestellt... ob ihr wollt oder nicht, ob es nötig ist oder nicht...es ist halt gut für Euch"

Und dass die Industrie erkannt hat, dass es besser ist, die Tötungsfabriken im "Niemandsland" zu betreiben, weit weg von Städten und Dörfern hat dazu geführt, das es nicht mehr das tote Tier ist, dass auf dem Tisch liegt, sondern einfach nur "Fleisch". Ist Euch übrigens schon mal aufgefallen, dass auch in keiner Kühltheke beim kleinen Metzger" nebenan" ein abgehackter Schweinekopf oder ähnliches "rumliegt"? ...aber Bärchenwurst....

 

Aber Entschuldigung, ich schweife ab... nun wieder zu meinem Extremismus:

Ich denke schon mit einem extrem traurigen, mulmigen Gefühl an die Feiertage.

Wenn ich an einem Tisch sitze, wo Fleisch gegessen wird, sehe ich in Gedanken die (Nutz)Tiere vor mir, wie sie getötet werden. Aber eigentlich sehe ich keine Tiere, sondern ich sehe LEBEN, das nur eines wollte: LEBEN.

Ich sehe Wesen vor mir, die Nähe und Vertrauen bei ihren Menschen suchten und zwischen kalten Mauern schändlich ausbluten.

Und wenn ich jemanden ein Glas Milch trinken sehe, sehe ich kleine Kälbchen, schon nach kurzer Zeit ihren Müttern entrissen und nach wenigen Wochen schreiend im Schlachthaus am Haken baumeln.

Das alles macht mich extrem traurig. Weil ich nicht verstehen kann, dass andere Menschen, die mir (teilweise) sehr nah sind, diese "Bilder" nicht sehen können.

 

Die Folge ist, dass ich so ein o.g. extremer Besserwisser bin. Jede Aussage wie: "Dafür sind sie aber gemacht!" oder "Der Mensch ist nun mal ein Allesfresser." wurde von mir bisher extrem ausfühlich kommentiert.

Dank Smartphone konnte ich auch schlimmes Bild-und Filmmaterial bei der Argumentation "für die gute Sache" mit "einbauen".

 

Ich wollte einfach mit meinem Wissen und meinen Erzählungen die anderen "wachrütteln", meinen Gesprächspartnern zumindest meine "Insider-Infos" geben, damit sie eventuell beim nächsten Einkauf kurz über unser Gespräch nachdenken und vielleicht auch ihre Ernährungs-u. Kleidungsvorlieben etwas überdenken...

Was jedoch bleibt, sind teilweise extrem genervte Mitmenschen und ein fader "Beigeschmack" nach so mancher Diskussion.

 

Auch wenn es mir das Herz bricht, Teil einer Gesellschaft zu sein, in der Leben nicht gleich Leben ist, auch wenn es mich innerlich zerreißt, wenn das Wort NUTZtier fällt, auch wenn mich die "Gesellschaft" belächelt, weil ich weine, wenn ich das herzerweichende Schreien der Kälbchen höre, wenn sie ihren Müttern weggenommen werden...so bin ich doch ein Teil eben dieser Gesellschaft.

 

Und dass ich Tiere genauso liebe, wie Menschen, macht es mich automatisch zu einem besseren Menschen?

Ich selbst profitiere doch von dem, was die fleischessende, pelzkonsumierende, lederabfeiernde und tierversuchakzeptierende Gesellschaft "abwirft", nehme gelegentlich Kopfschmerztabletten der mir verhassten Pharmaindustrie und kaufe vegane Produkte von Firmen, die andererseits Milliarden mit unveganen Produkten verdienen.

 

Ich gehöre zu einem schwer suizidalen Systems und es macht mich extrem traurig, Teil dieses "Himmelfahrtskomandos" zu sein.

 

Und nein, dass ich Veganer bin, macht mich sicher nicht zu einem perfekten, besseren Menschen, aber wenn ich von dieser Welt gehe, dann mit dem Wissen, das "Vermeidbare" vermieden zu haben....

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0