Gefängnisse im Namen des Artenschutzes

Foto von morgenweb.de
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Am Samstag letzter Woche kam es zu einer Tragödie im Kölner Zoo. Der Tiger "Altai" griff seine Pflegerin an, verletzte sie tödlich und wurde vom Zoo-Direktor getötet. Ein Horrortrip...

Ich möchte hier nicht mit dem erhobenen Zeigefinger über die Pflegerin (die sicherlich ein liebeswerter und auf ihre Art tierfreundlicher Mensch war) erziehen, auch möchte ich nicht über tausende interessierte Menschenaugen "richten", die täglich die Zoos besuchen.

Ich habe früher auch so gern diese Orte aufgesucht und genossen!

 

Heute jedoch, mit meinem Wissen, kann ich diese Orte nicht mit ruhigem Gewissen besuchen. Für mich sind hinter den Scheiben und Gittern keine Tiere, für mich sind es fühlende Wesen mit einer Seele, mit dem Drang nach Freiheit. Es sind Wesen, die lieben und trauern können und ein lebenswertes Leben verdienen, wie ich auch.

 

Außerdem sieht man anhand des Unglücks in Köln, dass man sich im Großen und Ganzen gar nicht über die Gefahren dieser Anlagen bewußt ist... Und nach so schlimmen Vorfällen benehmen wir uns wie ein kleines Kind, dass eine Scheune mit einem Feuerzeug angesteckt hat. Die Scheune brennt, aber das Feuerzeug "ist Schuld"...

Altai zum Beispiel, der nie darum gebeten, dass wir ihn vor dem Aussterben retten (nachdem wir Menschen seine Spezies fast ausgerottet haben), folgt seinem Instinkt und "jagt". Jagen ist seine Natur, das steckt in ihm, das sagt ihm seine Seele, das "sagt" ihm sein Blut. Und nun wird die Natur natürlich sofort wieder "eingebremst" und bestraft - der Tiger stirbt durch ein Großkalibergewehr.

Vielleicht wurde mit diesem Gewehrtyp sogar noch sein "Großvater" in freier Wildbahn erlegt und hängt jetzt an der Wand eines "Hobbyjägers".

 

 

Man muss sich das einfach mal auf der Zunge zergehen lassen.... Wir Menschen rotten auf egoistische Weise Arten nahezu aus, indem wir ihnen Nahrung, Lebensraum oder einfach nur "ihre Haut" rauben.

Warum? Weil wir es können....!

Dann merken wir, dass es durchaus Schade ist, wenn wir den Anblick eines wunderschönen Tigers oder eines majestätischen Adlers nachfolgenden Generationen vorenthalten. Also fangen wir sie und sperren sie ein, spielen uns als "Retter" der Arten auf und sind doch eigentlich die "Killer". 

Warum? Weil wir es können....!

Und viele reden, wenn sie über Zoos reden, über eine "Arche Noah". Ich finde, dass dieser Begriff nicht im Entferntesten mit einem Zoo zu tun hat. Die Arche Noah steht für Rettung, Leben, um den Fortbestand der Arten um ihrer selbst Willen. Und das Wichtigste: Nach der Sintflut waren die Tiere frei....

Im Zoo geht es um ganz andere Dinge. Dort geht es um das Besänftigen des schlechten Gewissens der Menschheit, um Forschung, um Geld, dann um Geld und dann wieder um Geld. Es geht nicht um die Tiere, die sind nur Mittel zum Zweck.

Macht es denn zum Beispiel für einen Eisbären einen Unterschied, ob er zu seinem "eigenen Schutz" oder zum Angaffen gefangen gehalten wird? Ich glaube nicht - er ist gefangen, alles andere als artgerecht, leidet unter der Enge seines Gefängnisses und unter den hiesigen Temperaturen.

Wenn man mich fragen würde: "Du bist einer der letzten deiner Art, willst du ein Leben lang eingesperrt leben und dich von tausenden Augen jeden Tag anschauen / begaffen lassen oder soll Deine Art lieber aussteben?" Ich würde mich mit 95%iger Sicherheit für "oder" entscheiden.

 

Und ich verstehe einfach nicht, warum wir Menschen so sehr darüber nachdenken, wie Zoos für die Tiere artgerechter gestaltet werden können, anstatt darüber zu sinnieren, wie wir den Lebensraum für die restlichen gefährdeten Arten sichern und schützen können. Ich verstehe nicht, warum in einem fortschrittlichen und gebildeten Europa Tropenholz nicht komplett verboten wird (FSC-Siegel hin oder her)! Ich verstehe nicht, wieso europäische Trophäenjäger, die in Arfika eine ekelhafte Großwildjagd buchen, nicht eingeknastet werden. Ich verstehe nicht, warum Haifischflossensuppe in Europa nicht verboten wird...uswusw. Für jeden andern Mist gibt es Verbote und Einschränkungen.

 

Warum töten wir nach und nach alles um uns herum? Warum zerstören wir unser Zuhause - unsere Erde?

 

Weil wir es können, weil wir Menschen so wahnsinnig intelligent sind!!

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